Premium Camera
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Details
- Bewertung
- 4,5
- Version
- Variiert je nach Gerät
- Entwickler
- FUTUREMETA
Wer eine Kamera-App nicht nur zum Auslösen, sondern für kontrollierte Aufnahmen nutzen möchte, landet schnell bei Premium Camera. Ich habe sie als Foto-App von FUTUREMETA vor allem unter einem praktischen Gesichtspunkt betrachtet: Wie gut hilft sie, wenn ein normales Smartphone-Foto zu wenig Kontrolle bietet? Die Antwort fällt insgesamt positiv aus, aber nicht völlig reibungslos. Besonders interessant sind der Kamera-Timer, der Greenscreen- beziehungsweise Chroma-Key-Einsatz, Serienaufnahmen, Zeitstempel und die Kalenderkamera.
Die App kostet 2,69 € und richtet sich damit eher an Menschen, die bestimmte Aufnahmefunktionen regelmäßig brauchen, als an Nutzer, die nur gelegentlich ein Bild knipsen. Im Alltag kann sie eine nützliche Ergänzung zur vorinstallierten Kamera sein. Sie ersetzt aber nicht automatisch jede andere Foto-App, denn der Mehrwert entsteht erst dann, wenn du die speziellen Werkzeuge wirklich einsetzt.
Wo die ersten Schwierigkeiten entstehen können
Die größte Hürde liegt meiner Erfahrung nach nicht im Fotografieren selbst, sondern in der Erwartung, dass jede Funktion sofort selbsterklärend arbeitet. Eine einfache Kamera-App öffnet sich, fokussiert und nimmt auf. Bei Premium Camera muss man dagegen zunächst entscheiden, ob man gerade einen Timer, einen Chroma-Key-Effekt, eine Serienaufnahme, einen Zeitstempel oder die Kalenderansicht verwenden möchte. Wer einfach nur schnell ein Foto aufnehmen will, kann sich dadurch zunächst etwas ausgebremst fühlen.
Der Kamera-Timer ist besonders praktisch für Selbstporträts, Gruppenbilder oder Aufnahmen, bei denen das Smartphone nicht in der Hand bleiben soll. Gleichzeitig sollte man vor dem eigentlichen Motiv kurz prüfen, ob der gewünschte Modus aktiv ist. Ein Timer, der von der letzten Aufnahme übernommen wurde, kann sonst zu einem überraschenden Moment führen, wenn du spontan ein Foto machen möchtest.
Ähnlich verhält es sich mit dem Greenscreen- beziehungsweise Chroma-Key-Werkzeug. Die Funktion ist interessant, wenn ein bestimmter Farbbereich im Bild ersetzt oder freigestellt werden soll. Sie ist aber kein Ersatz für eine sauber ausgeleuchtete Studioaufnahme. Uneinheitlicher Hintergrund, ähnliche Farben in Kleidung oder Haaren und harte Schatten können die Auswahl erschweren. Das ist weniger ein Fehler der App als eine Grenze der Bildvorlage.
Bei der Serienaufnahme liegt der Vorteil klar in bewegten Situationen. Ein einzelnes Auslösen verpasst schnell den richtigen Gesichtsausdruck oder den entscheidenden Moment. Burst-Aufnahmen geben dir mehrere Varianten zur Auswahl. Der Nachteil ist der anschließende Auswahlaufwand: Je mehr Bilder entstehen, desto wichtiger wird eine konsequente Sichtung, sonst füllt sich die Galerie mit fast identischen Aufnahmen.
Die Kalenderkamera verfolgt einen anderen Ansatz. Sie passt zu Nutzern, die Fotos zeitlich geordnet betrachten oder bestimmte Aufnahmen einem Kalenderkontext zuordnen möchten. Das ist weniger eine klassische Profi-Funktion als ein Organisationswerkzeug. Wer seine Bilder ohnehin ausschließlich in der Standardgalerie betrachtet, wird diesen Bereich möglicherweise selten öffnen.
Warum der erste Test nicht immer aussagekräftig ist
Bei Kamera-Apps spielen Licht, Abstand, Hintergrund und die Ausrichtung des Smartphones eine große Rolle. Ein kurzer Test in einem dunklen Raum sagt deshalb wenig über die praktischen Möglichkeiten aus. Ich würde zunächst bei Tageslicht mit einem unbewegten Motiv beginnen. Danach lässt sich besser beurteilen, ob Timer, Serienmodus oder Chroma-Key für den eigenen Zweck sinnvoll sind.
Auch die Bedienung wirkt je nach Smartphone nicht völlig gleich. Premium Camera läuft ab Android 8.0, doch die verfügbare Kamera-Hardware und die Oberfläche des jeweiligen Geräts beeinflussen das Ergebnis. Die App kann vorhandene Aufnahmefunktionen nutzen, aber sie kann keine bessere Linse, mehr Licht oder einen stabileren Sensor nachrüsten.
Einrichtung, Einstellungen und sinnvolle erste Checks
Nach der Installation würde ich nicht sofort mit dem wichtigsten Projekt beginnen. Öffne die App zuerst in einer ruhigen Umgebung und teste nacheinander die grundlegenden Aufnahmen. So erkennst du schnell, ob die Kamera das Motiv scharf erfasst, ob der Auslöser erwartungsgemäß reagiert und ob die Bilder anschließend dort auftauchen, wo du sie suchst.
Ein sinnvoller Ablauf besteht aus einem normalen Foto, einer Aufnahme mit Timer und einer kurzen Serienaufnahme. Danach lohnt sich ein Blick in die Galerie, bevor du dich an Greenscreen- oder Kalenderfunktionen machst. Dieser kleine Test spart später Zeit, weil du nicht während eines echten Termins herausfinden musst, welcher Modus gerade aktiv ist.
Beim Chroma-Key-Werkzeug würde ich den Hintergrund bewusst einfach halten. Eine gleichmäßige Fläche mit deutlichem Farbunterschied zum Motiv liefert meist eine bessere Grundlage als ein unruhiger Raum. Wenn du eine Person fotografierst, sollten Kleidung und Hintergrund nicht dieselbe dominante Farbe haben. Das ist ein entscheidender praktischer Unterschied zwischen einer sauberen Freistellung und ausgefransten Kanten.
Für den Timer hilft eine feste Routine: Smartphone stabil aufstellen, Bildausschnitt prüfen, Fokusbereich kontrollieren, Timer aktivieren und erst dann die Position einnehmen. Bei einem Gruppenfoto sollte die Kamera nicht zu nah am Rand des Bildes stehen, weil Personen sonst leicht angeschnitten werden. Diese Vorbereitung klingt banal, macht die Funktion aber deutlich zuverlässiger.
Die Zeitstempel-Funktion kann bei Dokumentation, privaten Projekten oder einer chronologischen Bildersammlung nützlich sein. Ich würde sie nur dann einschalten, wenn die Information im Bild tatsächlich gebraucht wird. Für persönliche Erinnerungen kann ein sichtbarer Zeitstempel störend wirken, besonders wenn er über einem wichtigen Bildbereich liegt. Der Vorteil der Funktion ist also zugleich ihre Einschränkung: Sie macht den Aufnahmezeitpunkt sichtbar, verändert aber die Bildwirkung.
Bei der Kalenderkamera solltest du dir überlegen, ob du eine zeitliche Ordnung wirklich in deinen Alltag integrieren möchtest. Der Nutzen wächst, wenn du regelmäßig fotografierst und später nachvollziehen willst, wann bestimmte Bilder entstanden sind. Für einzelne Urlaubsfotos oder spontane Schnappschüsse ist die klassische Galerie häufig der schnellere Weg.
Die App ist mit der Altersfreigabe USK ab 0 Jahren versehen. Das passt zu ihrem Charakter als allgemeines Fotowerkzeug. Trotzdem bleibt bei Aufnahmen mit anderen Personen der normale sorgfältige Umgang mit privaten Bildern wichtig. Besonders bei Chroma-Key-Aufnahmen können Personen oder Räume stärker in Szene gesetzt werden, als es bei einem gewöhnlichen Schnappschuss der Fall wäre.
Was die Kosten im Alltag bedeuten
Der Kaufpreis ist leicht einzuordnen: Du bezahlst nicht für ein soziales Netzwerk oder eine umfangreiche Bildbearbeitungsplattform, sondern für eine Kamera mit zusätzlichen Aufnahmearten. Darüber hinaus werden bei der Abrechnung über Google Play In-App-Käufe zwischen 3,29 € und 4,29 € angezeigt. Ich würde deshalb vor dem Kauf prüfen, welche Funktion du tatsächlich dauerhaft verwenden möchtest und ob sie bereits im gewünschten Umfang enthalten ist.
Für jemanden, der nur einen Selbstauslöser braucht, kann eine kostenlose Standardlösung ausreichen. Wer dagegen regelmäßig mit Zeitstempeln, Serienbildern oder Chroma-Key arbeitet, bekommt durch die gebündelten Werkzeuge einen nachvollziehbaren Gegenwert. Der Preis lohnt sich also nicht pauschal, sondern hängt stark vom eigenen Fotoablauf ab.
Wenn ein Foto nicht gelingt: ein ruhiger Wiederherstellungsablauf
Wenn eine Aufnahme misslingt, würde ich nicht sofort die App neu installieren oder alle Einstellungen verändern. Zuerst lohnt sich die einfache Prüfung: Ist der richtige Modus aktiv? Steht das Motiv im erwarteten Abstand? Wird der Hintergrund gleichmäßig beleuchtet? Bei Timer- und Serienaufnahmen kommt zusätzlich die Frage hinzu, ob das Smartphone während des Auslösens stabil stand.
Bei einer Chroma-Key-Aufnahme sollte man zunächst das Motiv und den Hintergrund getrennt betrachten. Wenn die Kanten unsauber aussehen, hilft häufig eine bessere Ausgangsszene mehr als wiederholtes Tippen in der App. Entferne farbähnliche Gegenstände aus dem Hintergrund, verbessere die gleichmäßige Ausleuchtung und vermeide starke Schatten. Erst danach lässt sich fair beurteilen, wie gut die Funktion arbeitet.
Wenn eine Serienaufnahme zu viele ähnliche Bilder erzeugt, ist das kein Grund, den Modus grundsätzlich aufzugeben. Ich nutze ihn eher gezielt: bei Bewegung, wechselnden Gesichtsausdrücken oder kurzen Aktionen. Für ein unbewegtes Motiv ist ein einzelnes sorgfältig komponiertes Foto meist übersichtlicher und spart später Auswahlzeit.
Falls du ein Bild mit Zeitstempel brauchst, aber die Gestaltung darunter leidet, würde ich vorher ein zweites Foto ohne diese Einblendung aufnehmen. So bleibt die dokumentarische Version erhalten, während du zusätzlich eine unbedruckte Variante hast. Dieser kleine Doppel-Workflow ist besonders hilfreich, wenn ein Bild sowohl als Nachweis als auch als persönliche Erinnerung dienen soll.
Bei der Kalenderkamera kann die Wiederherstellung eher organisatorisch als technisch sein. Wenn du ein Bild später nicht sofort findest, suche nicht nur nach dem Motiv, sondern denke an den Aufnahmetag und den verwendeten Modus. Eine klare Gewohnheit, etwa Kalenderansicht für tägliche Dokumentation und Standardgalerie für spontane Bilder, verhindert ein Durcheinander.
Wann wahrscheinlich nicht die App schuld ist
Unscharfe Bilder entstehen oft durch Bewegung, schlechtes Licht oder einen zu kurzen Abstand zum Motiv. Eine zusätzliche Kamera-App kann die Auslösung komfortabler machen, aber sie verändert nicht automatisch die physikalischen Bedingungen. Gerade bei Innenaufnahmen solltest du dem Smartphone möglichst ruhige Bedingungen geben und nicht erwarten, dass ein Timer allein Verwacklungen verhindert.
Auch bei der Serienaufnahme kann die Umgebung die Ergebnisse bestimmen. Ein bewegtes Motiv, wechselndes Licht oder ein wackelnder Untergrund führt zu einer Sammlung unterschiedlich brauchbarer Bilder. Das ist der normale Preis für mehr Auswahl. Ich sehe den Burst-Modus deshalb als Werkzeug zur Trefferquote, nicht als Garantie für perfekte Fotos.
Beim Greenscreen-Einsatz ist die Erwartung besonders wichtig. Ein Chroma-Key-Verfahren funktioniert am besten, wenn die zu entfernende Farbe klar vom Vordergrund getrennt ist. Trägt das Motiv ähnliche Farben, entstehen leicht Lücken oder unruhige Ränder. Wer professionelle Compositing-Ergebnisse mit aufwendiger Maskenbearbeitung erwartet, ist mit einer spezialisierten Bildbearbeitung wahrscheinlich besser bedient.
Probleme können außerdem aus dem Smartphone selbst entstehen. Unterschiedliche Kameras, Objektive und Systemoberflächen beeinflussen, wie sich eine App anfühlt. Premium Camera unterstützt Geräte ab Android 8.0, aber diese Mindestanforderung bedeutet nicht, dass jedes Smartphone dieselbe Kameraqualität oder denselben Bedienkomfort bietet. Für eine wichtige Aufnahme würde ich daher immer vorher mit genau diesem Gerät testen.
Für wen die App passt und wann eine Alternative besser ist
Ich sehe Premium Camera vor allem bei Menschen, die ihre Smartphone-Kamera bewusst für bestimmte Abläufe einsetzen. Dazu gehören Selbstporträts ohne fremde Hilfe, Gruppenfotos mit Vorbereitung, kurze Bewegungssequenzen, einfache Hintergrundexperimente und eine zeitlich geordnete Fotodokumentation. Die Stärke liegt nicht in einer einzelnen spektakulären Funktion, sondern in der Kombination mehrerer praktischer Aufnahmearten.
Ein realistisches Beispiel wäre ein kleiner Online-Verkauf. Du stellst ein Produkt vor einen möglichst gleichmäßigen Hintergrund, nutzt den Timer für gleichbleibende Aufnahmen und verwendest den Chroma-Key-Modus, wenn der Hintergrund für verschiedene Darstellungen angepasst werden soll. Die Serienaufnahme kann helfen, bei glänzenden Oberflächen oder beweglichen Details eine brauchbare Variante zu erwischen. Für aufwendige Produktfreistellungen würde ich anschließend trotzdem eine spezialisierte Bildbearbeitung verwenden.
Auch für eine tägliche Fotoreihe kann die App sinnvoll sein. Die Kalenderkamera gibt dem Projekt eine zeitliche Struktur, während Zeitstempel die Dokumentation direkt im Bild unterstützen. Der Nachteil ist, dass beide Elemente die Fotos stärker festlegen. Wenn du später ein möglichst neutrales Bild gestalten möchtest, solltest du diese Funktionen nicht automatisch bei jeder Aufnahme aktivieren.
Weniger geeignet ist die App für Nutzer, die eine möglichst einfache Kamera ohne zusätzliche Entscheidungen suchen. Die vorinstallierte Kamera ist dann oft schneller, besonders bei spontanen Momenten. Wer dagegen umfangreiche manuelle Kontrolle, RAW-Workflows oder professionelle Nachbearbeitung erwartet, sollte sich nach einer spezialisierten Kamera- oder Foto-App umsehen. Premium Camera positioniert sich für mich eher als vielseitiges Aufnahmewerkzeug als als vollständiges Fotostudio.
Die bisherige Resonanz ist ordentlich: Die App liegt bei einer durchschnittlichen Bewertung von 4,5 aus rund 5.000 Bewertungen und kommt auf über 100.000 Installationen. Diese Größenordnung zeigt, dass sie nicht nur für einen winzigen Spezialfall verwendet wird. Trotzdem würde ich die Entscheidung nicht allein daran festmachen. Für dich zählt vor allem, ob mindestens zwei der besonderen Funktionen regelmäßig in deinen eigenen Ablauf passen.
Mein praktisches Urteil nach der Nutzung
Premium Camera ist eine interessante Android-Foto-App für alle, die beim Aufnehmen etwas mehr Planung und Kontrolle möchten. Timer, Serienbilder, Zeitstempel, Chroma-Key und Kalenderkamera decken unterschiedliche Situationen ab, ohne dass du für jede Kleinigkeit eine eigene Lösung öffnen musst. Besonders überzeugend finde ich die Möglichkeit, dokumentarische und kreative Aufgaben mit derselben Kamera-App abzudecken.
Die Einrichtung verlangt allerdings etwas Geduld. Die wichtigsten Ergebnisse entstehen nicht durch blindes Aktivieren von Funktionen, sondern durch passende Bedingungen: stabiler Stand beim Timer, gleichmäßiger Hintergrund beim Chroma-Key, gezielter Einsatz des Burst-Modus und bewusste Entscheidung für oder gegen Zeitstempel. Wer diese Zusammenhänge versteht, holt aus der App deutlich mehr heraus.
FUTUREMETA richtet sich hier nicht ausschließlich an professionelle Fotografen, sondern an Menschen, die im Alltag wiederkehrende Aufnahmeprobleme lösen möchten. Die App ist ab Android 8.0 nutzbar, wurde am 19. Dezember 2017 veröffentlicht und bleibt durch ihre verschiedenen Kameraarten auch für heutige Nutzung interessant. Ihre Grenzen liegen dort, wo spezielle Hardware, umfassende manuelle Einstellungen oder tiefgehende Bildbearbeitung gefragt sind.
Mein Fazit fällt deshalb differenziert aus: Wenn du regelmäßig einen Selbstauslöser, Serienaufnahmen, sichtbare Aufnahmezeiten oder einfache Chroma-Key-Szenarien brauchst, ist der Kaufpreis gut begründbar. Für gelegentliche Schnappschüsse reicht die Standardkamera wahrscheinlich aus. Ich würde Premium Camera Freunden empfehlen, die konkrete Fotoabläufe vereinfachen wollen, nicht aber jedem, der lediglich eine bessere Automatik erwartet.











